
Galleria Centro; Galleria Dalìano Ribani
DFEA17-1000199523
Ein ringförmig geführter Kranz aus eng gesetzten Streichhölzern zeichnet sich auf einer kühlen Metallplatte ab; die Zündköpfe sind teilweise verkohlt, die Holzschäfte minimal verzogen, und um die Kontaktzonen legt sich ein feiner Hof aus Ruß, Asche und wärmegebräunter Oxidation. Die Komposition oszilliert zwischen Relief und Zeichnung: das taktile Raster der Hölzer trifft auf die glatte, wärmeleitende Fläche des Metalls, während mikroskopische Brandspuren, Funkenflecken und Rauchfahnen den Kreis zu einer atmosphärischen Aura erweitern. In Dessin de Feu Circulaire (1971) wird Material zur Methode: Streichholz und Metall liefern die Voraussetzungen, Feuer vollendet den Eingriff – ein präzises Protokoll aus Entzündung, Abbrennen und Stillstand, dessen Indexikalität das Bild als Ergebnis eines prozessualen Ereignisses ausweist.
Entstanden 1971, in der konsolidierten Mittelphase nach der initialen ZERO-Formation der späten 1950er und frühen 1960er Jahre, bündelt die Arbeit Aubertins Entwicklung von den Tableaux Rouges hin zu seinen Dessins de Feu: Das Monochrom des Roten wird im Akt der Verbrennung in das Schwarz der Kohle und den Staub der Asche transformiert – ein paradigmatisches Feuerbild, das die Reduktion des ZERO-Denkens mit der Logik von Prozesskunst und Arte Povera verbindet. Die Kreisform verdichtet Ritual und Wiederholung, während der Metallträger als Wärmesenke die Choreografie von Zufall und Kontrolle kalibriert; so entsteht ein Nullpunkt der Malerei, in dem Geste zugunsten elementarer Phänomene – Hitze, Zeit, Material – zurücktritt. Mit Provenienz Galleria Centro und Galleria Dalìano Ribani ist das Werk im historischen Umfeld der italienischen ZERO-Rezeption verankert; die Archivnummer DFEA17-1000199523 sichert seine Dokumentation nach musealen Standards. Als sammlungswürdiges, museumstaugliches Beispiel aus der Hauptschaffensphase Aubertins bietet es eine seltene Gelegenheit, die performative Erweiterung des Monochroms in ein präzise gesetztes Dessin de Feu zu erwerben – eine Arbeit, die in institutionellen Kontexten als Schlüssel zur Verbindung von ZERO, Prozess und Materialästhetik fungiert und den Kanon durch die Evidenz des Feuers schärft.